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Spannungsfeld Fußball

Alle zwei Jahre werden Menschen nach Pässen sortiert und als Nationalteam zusammengestellt, um repräsentativ für Nationen gegeneinander zu spielen. Hinter den Bildern jubelnder, geschminkter Massen im kollektiven Siegesrausch und schwarz- rot-goldenem Fahnenmeeren treten gesellschaftliche Konflikte, die im Alltag zumindest in Ansätzen thematisiert und diskutiert werden, vollständig in den Hintergrund und finden in weiten Teilen sogar Akzeptanz. Nationalismus und die Konstruktion des „wir“ und der „Anderen“ bestimmen die Titelseiten der Zeitungen und die Gespräche unter den Menschen. Doch auch im „normalen“ Fußball -in der Bundesliga wie auch in den Amateur_innenligen- lassen sich Phänomene feststellen, die zeigen, dass der „unpolitische“ Fußball so nicht existiert.

Rassismus, Antisemitismus und konstruierte Männlichkeit auf der einen Seite, eine immer weiter voranschreitende Repression gegen sowie eine unausgewogene Berichterstattung über Fußballfans auf der anderen Seite decken ein Spannungsfeld auf das deutlich macht, dass auch und gerade im Fußball gesellschaftliche Konflikte ausgetragen werden.

Wir wollen die Männer EM 2012 nutzen, um uns mit Fußball als Ort gesellschaftlicher Konflikte auseinander zusetzen und über Probleme und Chancen des Sports zu diskutieren.

Neues von den „Juddebube“
09. Mai, 19.30 Uhr

Eintracht Frankfurt galt Anfang der 1930er Jahre in Frankfurt als der „Judenverein“. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten brachte für den Verein tiefe Einschnitte.

Matthias Thoma, der 2007 das Buch „Wir waren die Juddebube“ im Werkstatt Verlag veröffentlicht hat, berichtet heute über neueste Ergebnisse zum jüdischen Sport in Frankfurt. Neben der Geschichte der Eintracht wird Thoma auf andere Frankfurter Vereine eingehen und auch den jüdischen Sport der Nachkriegszeit beleuchten.

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FÄLLT LEIDER AUS!
Fußball als Bühne der Geschlechter
Männer, Frauen, Fußball, Sexismus und Homophobie

23. Mai, 19:30

Stefan Heissenberger und Antje Hagel berichten über ihre Erfahrungen im Feld. Während Stefan Heissenberger sich in seiner Forschung mit Mainstream­ wie mit schwulen Männerfußballmannschaften auseinandergesetzt und dabei besonders ein Auge auf die Konstruktion von Männlichkeit gelegt hat, arbeitet Antje Hagel seit vielen Jahren mit Fußballfans.

Den jeweiligen Ort erleben sie als Bühne der Geschlechter: Sowohl für die einen wie für die anderen: diejenigen, die diskriminieren und die anderen, die sich selbst suchen, ihre Rolle ausprobieren dürfen und finden können.

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Ganz entspannt in Schwarz-Rot-Gold? – der Neue deutsche
Fußballpatriotismus aus sozialpsychologischer Perspektive

30. Mai, 19:30

Seit der Fußball-WM 2006 hat sich in Deutschland das exzessive Zur-Schau-Stellen von Nationalgefühl bei internationalen Fußballevents als Massenphänomen durchgesetzt. Schwarzrotgoldene Fahnenmeere, Autokorsos und ekstatisch feiernde Fans gehören bei den im Zweijahresrhythmus stattfindenden Großereignissen des Männerfußballs inzwischen zur Normalität. Was steckt hinter der patriotischen Aufwallung während der Spiele? Sind sie wirklich nur ein Ereignis der Eventkultur, das keinerlei politische Bedeutung hat? Dazu hat die Autorin während der Männer-Fußball-WM 2006, der EM 2008 und der WM 2010 Deutschlandfans auf Fanmeilen befragt. In dem Vortrag werden die Ergebnisse der Interviewstudie vor dem Hintergrund der sozioökonomischen Entwicklungen und Mediendiskurse in der untersuchten Zeitspanne vorgestellt. Dabei wird das Erklärungsmuster des „Partypatriotismus“ kritisch hinterfragt.

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Heute ihr ­ morgen wir.
Repressive Maßnahmen gegen Fußballfans ­ Experimentierfeld für Demos, Diskos und Datenbanken?

06. Juni, 19.30 Uhr

In einigen Städten verhängen Diskobesitzer gegen missliebige Personen Diskothekenverbote für die gesamte Stadt nach dem Vorbild von Stadionverboten. Ausreiseverbote wurden zunächst gegen Fußballfans angewandt, bevor sie massenhaft gegen Gegner des G8­Gipfels in Genua eingesetzt wurden. Die Datei Gewalttäter Sport ist Vorbild für andere sog. Gewallttäterdateien wie z.B. die „Datei Gewalttäter links“. Es gibt viele Beispiele an denen sich zeigen lässt, dass repressive Maßnahmen gegen Fußballfans als Experimentierfeld für eine Ausweitung von gesamtgesellschaftlichen Überwachungsmaßnahmen dienen. In der Veranstaltung soll der Frage nachgegangen werden, woran das liegt und wie dagegen vorgegangen werden kann.

Die Referentin Angela Furmaniak ist Rechtsanwältin und vertritt sowohl Personen aus dem politisch linken Spektrum als auch Fußballfans.

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Sogenannter Journalismus
Die mediale Darstellung von Fußballfans

13. Juni, 19.30 Uhr   vorgezogen auf 18:30

Es gibt ein erstaunliches Missverhältnis bei der Berichterstattung über Fußballfans: Bei nahezu keinem anderen Thema unterscheiden sich das Erleben der vielen Beteiligten und die mediale Repräsentation der Ereignisse derart eklatant. Jede Woche machen es sich ganze Hundertschaften von Sportreportern auf den Schnittchenplätzen der Bundesliga-Arenen bequem. Aber nur eine Handvoll hat jemals den Versuch unternommen, tiefer in die Fan(Sub-)kultur einzutauchen oder auch nur in teilnehmender Beobachtung eine Auswärtsfahrt zu einem Sicherheitsspiel mitzumachen und damit die andere Seite der VIP-Logen, Haupttribünen, Presseparkplätze und Polizeiketten kennenzulernen. Genau das aber wäre die eigentliche journalistische Aufgabe – wenn man denn schon seine Berichterstattung aufgrund bestimmter Ereignisse vom Spiel auf die Ränge verlagern muss.

Andrej Reisin lebt und arbeitet in Hamburg als Freier Journalist, hauptsächlich für den Norddeutschen Rundfunk (NDR). Außerdem ist er einer der Herausgeber des Weblogs publiaktive.org

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Es gibt keinen richtigen Ballsport im Falschen ­
Fußball und Kapitalismus

19. Juni, 19.30 Uhr

Fußballfans und vor allem Ultras beklagen oft eine zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs. Doch was genau damit gemeint sein soll, weiß kaum jemand mit Bestimmtheit zu sagen. Die Vorstellungen davon, was diese Kommerzialisierung eigentlich sein soll bleibt meist nebulös. Ähnlich wie bei den Begriffen Globalisierung und Neoliberalismus besteht irgendwie ein diffuses Bauchgefühl, dass irgendetwas nicht ganz richtig sein kann, doch scheint es unmöglich den Finger darauf zu legen. Die Ursache ist in allen drei Fällen meist die gleiche, denn wer nicht vom Kapitalismus reden will, wird in Sachen Kritik der Zustände zwangsläufig nicht sonderlich weit kommen. Was genau es nun aber mit der gar nicht mal so neuen Liaison von Fußball und Kapitalismus auf sich hat und worin genau dabei die Probleme liegen, soll Thema des Vortrages und der anschließenden Diskussion sein.

Jan Tölva ist Soziologe und freier Journalist aus Berlin.

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Alle Veranstaltungen finden im Café Koz im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim statt.

Anbei die Flyer in ausreichend hoher Qualität zum Verlinken
fussball aussen FB_innen

with thx to bartex02 for artistically support

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Spannungsfeld Fußball

  1. Fußball leben statt studieren,
    die Uni boykottieren!

    Verfasst von M4R10 845L3R | 4. Mai 2012, 18:34

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